Selbstständig kosten

Wenn man Selbstständig ist, muss man einige Kosten abdecken können. Welche das sind und wie man dabei auch noch jede Menge Geld sparen kann, erfährst du hier ->

Wie werde ich selbstständig?


Um Selbstständig zu werden, sollte man einige wichtige Voraussetzungen erfüllen. Das ist natürlich individuell unterschiedlich, dennoch wäre es wichtig, für einen erfolgreichen Start einige Dinge mitzubringen. Zunächst benötigt man einen absoluten und eisernen Willen, dieses selbstständige Ziel auch über mehrere Monate und Jahre hinweg zu verfolgen, sofern man das wirtschaftliche Potenzial klar erkannt hat.

Kleinere Rückschläge wird es immer geben, aber Gründer müssen widerstandsfähig sein und sich in Geduld üben. Außerdem ist es erforderlich, dass, sofern man kein Franchise betreibt, Ahnung von der angehenden Branche haben sollte. Unwissenheit ist eines der Gründe, weshalb die meisten Unternehmen in unserer heutigen Zeit scheitern.

Es ist daher unabdingbar, das Unternehmer immer wissbegierig sein müssen. Doch lieber Leser, weißt du was noch wichtiger ist aktuell für dich? Die Frage zu klären, ob deine selbstständige Idee eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit ist. Denn je nachdem, musst du kein Gewerbe anmelden und lediglich beim Finanzamt vorstellig werden. Wer zu den Freiberuflern gehört ist klar geregelt. Die Liste der freien Berufen ist lang. Darunter sind Berufe wie:

  • Ärzte,
  • Anwälte,
  • Designer,
  • Schriftsteller,
  • Journalisten,
  • Fotografen,
  • und viele mehr.

Also lautet dein erster Schritt, erst einmal herauszufinden, ob du zu den Freiberuflern oder zu den Gewerbetreibenden gehörst. Dann musst du die nächste Frage klären: selbst wenn du zu den Freiberuflern gehörst, kann es sein, dass du dennoch ein Gewerbe anmelden musst.

Ein Beispiel: wenn du als Ghostwriter tätig bist und für andere Leute Texte schreibst, dann bist du ein Freiberufler und musst lediglich beim Finanzamt vorstellig werden. Solltest du aber auch noch selber Texte schreiben und diese auf Plattformen wie Amazon verkaufen, dann würdest du eine gewerbliche Tätigkeit begehen und müsstest demnach auch ein Gewerbe eröffnen. Sei dir dessen bewusst.

Wo kann man ein Gewerbe anmelden?

Wer die Gewerbeanmeldung beantragen möchte, der muss beim zuständigen Gewerbeamt in der Stadt vorstellig werden. In einigen Städten kann es sein, dass es mehrere Ämter gibt, wo man die Anmeldung durchführen kann. Dann muss man erst einmal schauen, welches Amt denn für einen zuständig ist.

Als nächstes müsste man schauen, ob es ausreicht, wenn man einfach vor Ort erscheint oder einen Termin vorher benötigt. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Wenn man einfach vor Ort erscheinen kann, dann wird man sicherlich auch an dem Tag seinen Gewerbeschein erhalten.

Doch das Problem wäre dann, das man wahrscheinlich auch den ganzen Tag beim Gewerbeamt verbracht hat, weil der Andrang für die Gewerbeanmeldung hoch sein dürfte. Ein solches Problem hätte man nicht, wenn man einen Terminvereinbarung abgeschlossen hat.

Hier wäre das Problem genau umgekehrt, man müsste Wochen und vielleicht Monate warten, bis man einen freien Termin findet, weil der Andrang aktuell so hoch ist für die Anmeldung wie noch nie. Unabhängig davon, für welche Art der Anmeldung man sich entscheiden würde, so muss man vorher einfach schauen, was das zuständige Amt anbietet.

Nachdem auch dies geklärt und man nun beim richtigen Gewerbeamt erschienen ist, geht es wie folgt weiter: man bezahlt zunächst eine Bearbeitungsgebühr, die rund 20 bis 60 Euro kostet und sich je nach Stadt und Gemeinde unterscheiden kann. Anschließend muss man einige erforderlichen Dokumente vorlegen.

Was braucht man für die Gewerbeanmeldung?

  • einen gültigen Personalausweis bzw. Reisepass,
  • eine Melde Bestätigung oder als Nicht EU Bürger einen Aufenthaltstitel,
  • je nach Art des Gewerbes kann es sein, das man weitere Dokumente benötigt, wie ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Handwerkskarte oder ein Gesundheitszeugnis,
  • falls das Gewerbe im Handelsregister eingetragen ist, benötigt man einen Auszug davon,
  • als Minderjähriger benötigt man zudem die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten,
  • sofern man selber nicht vor Ort erscheinen kann, dann muss man einer Person eine Vollmacht erteilen. Diese Person muss dann selbst auch einen Personalausweis und eine Melde Bestätigung dabei haben.

Wie muss man Gewerbeformular ausfüllen?

Nachdem man die erforderlichen Dokumente vorgezeigt hat, erhält man im Anschluss ein Gewerbeformular, welches man dann entweder vor Ort oder von Zuhause aus ausfüllen kann. In der Regel wäre es aber hilfreicher, wenn man das Formular vor Ort ausfüllt.

Zum einen deshalb, weil der Beamte vor Ort direkt bei Fragen eingreifen und helfen kann. Zum anderen auch allein schon deshalb, weil so die Gewerbeanmeldung etwas weiter nach hinten verschoben wird.

Denn erst wenn man das Formular ausgefüllt hat, erhält man im Nachhinein den Gewerbeschein. Das Formular enthält nur eine Seite. Auf diesem muss man unter anderem Angaben zum Betrieb und zum Gewerbetreibenden machen.

Wie kann man den Gewerbeschein bekommen?

Nachdem man nun das Gewerbe-Formular ausgefüllt hat, wird dieses unterschrieben, gestempelt und kopiert. Die Kopie erhält dann der Gewerbetreibende, welche dann von nun an als Gewerbeschein fungiert. Dieser Gewerbeschein allerdings gibt einem noch nicht die Möglichkeit, mit dem Gewerbe bereits anfangen zu dürfen und Gewinne zu erwirtschaften.

Das darf man nämlich erst nach der Anmeldung beim Finanzamt bzw. nachdem man den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt erhalten hat. Diesen muss man nicht selber anfordern, sondern das Gewerbeamt informiert automatisch nach der Gewerbeanmeldung die weiteren Behörden.

Darunter auch das Finanzamt, die Industrie und Handelskammer, sowie die Berufsgenossenschaften. Auch bei den beiden anderen Behörden muss man nicht vorstellig werden, sondern der Gewerbetreibende wird dort automatisch angemeldet.

Bei der IHK muss man die Mitgliedschaft als Gründer eines Gewerbes angehen und zahlt dafür eine jährliche Gebühr. Die Berufsgenossenschaft ist für die gesetzliche Versicherung zuständig. Sofern man allerdings als Selbstständiger keine Mitarbeiter beschäftigt, dann muss man auch nichts bezahlen. Denn sich selbst müssen Selbstständige dort nicht anmelden.

Bis wann muss man die Selbstständigkeit anmelden?

Wir Deutschen lieben es, wenn alle schön geregelt ist. Manche mehr, manche weniger. In Deutschland ist daher das meiste auch dementsprechend geregelt. Zum Beispiel eben auch, wie es denn mit der Gewerbeanmeldung aussieht. Auch hierfür gibt es klare Regeln.

Wenn man also bereits von vorneherein weiß, dass man eine gewerbliche Tätigkeit ausüben möchte, dann sollte man dies auch so schnell wie möglich beantragen.

Für alle anderen gilt folgendes: wer eine Tätigkeit mehrere Male bewusst ausübt, mit der klaren Absicht, mit dieser Tätigkeit einen Gewinn zu erwirtschaften, ohne dabei in einem Angestelltenverhältnis zu sein, der muss ein Gewerbe anmelden. Falls man die Gewerbeanmeldung nämlich nicht vornimmt, dann erwartet einen ein saftiges Bußgeld.

Gründer müssen bei einem solchen Vergehen mit bis zu 1000 Euro und mehr rechnen. Durch eine kleine Unachtsamkeit eine solche Summe zu bezahlen ist schon ein Ärgernis. Auch gilt die Aussage nicht, dass man dies durch Unwissenheit nicht getan hat. Man müsste dennoch das Bußgeld bezahlen.

Kann man rückwirkend Gewerbe anmelden?

Man hat die Möglichkeit, rückwirkend ein Gewerbe anmelden zu können. Dafür hat man bis zu 60 Monate Zeit. Man müsste dann die bisher ausgelassenen Steuern nachzahlen. Auf diese Steuern käme dann noch ein vorher festgelegter Zinssatz drauf, den man dann ebenfalls bezahlen müsste.

Für Leute, die bereits eine gewerbliche Tätigkeit ausüben, beispielsweise seit drei Monaten, aber bisher noch kein Gewerbe angemeldet haben, für die gilt ein solches Bußgeld noch nicht.

Dennoch sollten auch diese Leute das Gewerbe anmelden und das so schnell wie möglich. Denn das Gewerbeamt lässt zwar bei eher kleineren Summen eher Milde walten, doch allein darauf vertrauen sollte man nämlich nicht. Daher ist die Gewerbeanmeldung sehr wichtig.

Muss man zum Finanzamt?

Gewerbetreibende nicht, Freiberufler schon. Freiberufler müssen lediglich beim Finanzamt vorstellig werden. Gewerbetreibende müssen diesen Schritt nicht wagen, das übernimmt das Gewerbeamt.

Die Informationen des Gewerbetreibenden werden automatisch an das Finanzamt weitergeleitet. Vom Finanzamt erhält man den Bogen zur steuerlichen Erfassung. Dieser ist sieben Seiten lang.

Es ist daher auch wichtig, dass man sich für die Fragen einiges an Zeit nimmt, weil das meiste für Gründer Neuland sein dürfte. Nachdem man den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt hat, muss man nur noch die Steuernummer beantragen und könnte dann mit dem Gewerbe beginnen, Gewinne zu erwirtschaften.

Wie viel kostet ein kleines Gewerbe pro Jahr?

Selbststaendig werden bedeutet nicht nur, auf den eigenen Beinen zu stehen, sondern auch die Ausgaben richtig einzukalkulieren und mit diesen klar zu kommen. Das Besondere an einem Kleingewerbe ist, dass dieses keine allzu hohen Kosten verursacht und auch die laufenden Kosten sich in Grenzen halten.

Kosten für Gewerbeanmeldung

Vor allem für Gründer, die noch vor der Gründung ihres ersten Unternehmens stehen, eine ideale Voraussetzung. Da eben die meisten Leser noch die Gewerbeanmeldung vor sich haben, nehmen wir in unserem Beispiel die Kosten für die Bearbeitungsgebühr mit rein.

Das sind einmalige Kosten, die nur während der Anmeldung gezahlt werden müssen. Die Kosten hierbei belaufen sich auf rund 20 bis 60 Euro und können sich je nach Stadt und Gemeinde unterscheiden.

Weitere Kosten für Kleingewerbe

Weitere Fixkosten, die man pro Jahr erbringen muss, sind die Kosten für die Mitgliedschaft bei der IHK. Kleinere Gewerbe zahlen rund 30 bis 70€ im Jahr. Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, zahlen 150 bis 300€ im Jahr.

Der Beitrag unterscheidet sich jeweils von Stadt zu Stadt und kann weiter steigen, wenn die Einnahmen weiter ansteigen. Gewerbe, deren Umsatz unter 5200€ liegt, müssen für das vergangene Geschäftsjahr keine Gebühren bezahlen.

Die einzigen laufenden Kosten, die man hätte, wären die, wenn man ein Hauptgewerbe führt. Dann müsste man die private Krankenkasse aus der eigenen Tasche aus bezahlen. Die Gebühr müsste man monatlich ab bezahlen und fängt ab 200 Euro an.

Je nachdem, wie die Einnahmen aussehen, können die Ausgaben ansteigen. Das gute hierbei ist, das man die Kosten als Betriebsausgaben angeben und somit von der Einkommensteuer absetzen kann. Wenn man also die Steuererklärung abgibt, kann man so bis zu 1900 Euro von der Steuer absetzen.

Das wären alle fest verpflichtenden Kosten. Man sollte allerdings auch weitere Kosten im Blick haben, die entstehen können, wenn das Unternehmen wächst. Beispielsweise können Räumlichkeiten gemietet oder Mitarbeiter eingestellt werden, Partnerschaften entstehen, man benötigt vielleicht eine Webseite oder Neuanschaffungen stehen an. Das sind alles Kosten, die man nicht im Blick hat, aber die schnell den Alltag eines Gründers bestimmen können.

Wie viel kann man mit einem Kleingewerbe verdienen?

Lieber Leser, wenn du das Wort Kleingewerbe hörst, was ist das erste woran du denkst? Lass mich raten, was es nicht war: das du mit einem solchen Gewerbe massig viel Geld verdienen kannst, oder? Das Kleingewerbe hat das Image verpasst bekommen, dass man mit diesem nur geringe Beträge verdienen kann. Ist dies gerechtfertigt?

Bei weitem nicht! Wie wir bereits einen Beitrag vorher erfahren haben, ist das Besondere an einem Kleingewerbe, dass dieses nur geringe Kosten verursacht. Auf der anderen Seite jedoch, verspricht das Gewerbe dennoch einen sehr hohen Profit.

Man kann nämlich bis zu 500.000 Euro Umsatz oder 50.000 Euro Gewinn mit einem Kleingewerbe erwirtschaften. Das ist eine enorme Summe und dürfte das aktuelle Gehalt bei dem einen oder anderen bei weitem übersteigen. Das soll nicht respektlos klingen, sondern ist vielmehr eine Anerkennung für das Kleingewerbe und seine Möglichkeiten.

Daher ist dieses Gewerbe das beliebteste der Deutschen. Es kombiniert geringe Kosten mit hohen Einnahmen. Natürlich müssen diese Gewinne bzw. Umsätze erst einmal verdient werden, und auch darf man nicht vergessen, dass man diese Gewinne noch versteuern muss, doch die Frage taucht unweigerlich auf: kann man mit einem Kleingewerbe leben?

Kann man mit einem Kleingewerbe leben?

Um die Frage ausführlich beantworten zu können, müssen wir uns einige Aspekte etwas genauer anschauen. Doch eins vorweg: man kann als hauptberuflicher mit einem Kleingewerbe leben. Man kann sogar ein sehr schönes Leben dabei führen. Doch das gilt nicht für jeden!

Wie wir in dem Beitrag vorher erfahren haben, kann man mit einem Kleingewerbe bis zu 50.000 Euro Gewinn erwirtschaften. Wenn wir diese Summe auf das Jahr hochrechnen würden, wären dies ca. 4200 Euro monatlich. Eine beachtliche Summe, mit der man durchaus ein sehr luxuriöses Leben führen könnte.. wenn da nicht die ganzen Steuern wären.

Doch halt: das war nur ein literarischer Kniff von mir, damit du denkst, dass es wirklich etwas mit den Steuern zu tun hat, doch dem ist nicht so. Steuern müsstest du zwar dennoch zahlen. Diese wären bei einem Kleingewerbe allerdings nicht signifikant hoch.

Bei 50.000 Euro Gewinn würde man die Kleinunternehmerregelung bei weitem überschreiten und müsste so die Umsatzsteuer bezahlen. Die maximale Prozentzahl, die man pro Leistung erbringen müsste bzw. zahlen müsste, liegt bei 19 Prozent.

Diese kann jedoch sieben oder gar null Prozent betragen. Das muss man individuell herausfinden. Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass man in Deutschland, unabhängig vom Gewerbe, einen Freibetrag von bis zu 24.500 Euro an Gewinn erwirtschaften darf, ohne das man Gewerbesteuer zahlen müsste.

Das bedeutet, von den 50.000 Euro müsste man nur die Hälfte wirklich für die Gewerbesteuer versteuern lassen. Zum Schluss noch erwähnenswert: die Einkommenssteuer muss natürlich auch gezahlt werden. Hier kann man allerdings Ausgaben wie die private Krankenkasse als Betriebsausgaben angeben. Somit kann man bis zu 1900 Euro von den Steuern absetzen.

Von den 50.000 Euro müsste man sich effektiv nur von zehn bis 15 Prozent verabschieden. Die übrig bleibende Summe wäre immer noch immens und würde das aktuelle Netto Gehalt der meisten Deutschen bei weitem übertreffen. Doch das ist nicht der Punkt.

Um selbst darüber entscheiden zu können, ob man ein Kleingewerbe über einen längeren Zeitraum führen möchte, ist wichtig zu wissen, wie die persönliche Situation aussieht. Ein Haushalt mit nur einer oder zwei Personen kann mit einem solchen Gehalt sehr gut leben. Wie ein König.

Auch ein Haushalt mit zwei Kindern sollte keine größeren Probleme haben, solange die Kinder noch jung sind und die Kosten nicht allzu hoch ausfallen (Eltern von Babys fassen sich wahrscheinlich an den Kopf und denken sich nur, was der dumme Schreiber da von sich gibt…. Pampers und so!!!).

Das größte Problem bei einem Kleingewerbe wäre vielmehr, dass man mit diesem nicht Kreditwürdig wäre, trotz hoher Einnahmen über mehrere Jahre hinweg. Wenn man also planen sollte, über kurz oder lang ein Eigenheim besitzen zu wollen, dann wäre ein hauptberufliches Kleingewerbe Gift für die Kreditwürdigkeit.

Hier wäre auch dann der Punkt, wo man sagen müsste, wer sehr hohe finanzielle Mittel benötigt, eben für einen Kredit oder sein Traumauto, der müsste mit einem Kleingewerbe einen Schritt zurück machen.

Andersrum wäre jedoch ein Kleingewerbe, welches man nebenberuflich über mehrere Monate und Jahre hinweg führt, ideal. Neben der eigentlichen Haupteinnahmequelle wird das Einkommen weiter aufgebessert, was Kreditinstitute dazu veranlassen kann, höhere Kredite zu verteilen bzw. überhaupt einen zu vergeben.

 

Wie am besten selbstständig machen ohne Eigenkapital?

Selbstständig machen ohne Eigenkapital

Selbstständig machen ohne Eigenkapital

Viele Personen träumen von einem eigenen Unternehmen und Selbstständigkeit. Um eine eigene Existenz aufzubauen, wird aber meist ein Startkapital aus privaten Rücklagen benötigt.

Möchtest du dich eigenständig machen, besitzt aber kein eigenes Kapital, bleibt dir dein Weg als Unternehmer aber nicht verwehrt. Selbstständig machen ohne eigenes Kapital ist zwar nicht sonderlich leicht. Dennoch helfen dir unsere Tipps und unser Service dabei, dein Vorhaben umzusetzen.

Selbstständigkeit ohne eigenes Kapital – ist das überhaupt möglich?

Du hast eine ganz besondere Geschäftsidee, welche du unbedingt umsetzen möchtest. Um deinen Plan wahr werden zu lassen, fehlt dir allerdings eines: Geld. Viele Unternehmer wagen den Schritt einer Unternehmensgründung erst, wenn sie ausreichend private Rücklagen und somit eigenes Kapital besitzen. Dennoch kannst du deine Idee für ein Geschäftsmodell umsetzen, wenn du keine Ersparnisse für die Finanzierung deines künftigen Unternehmens hast.

Grundsätzlich wird für die Gründung eines Unternehmens ein eigenes Kapital benötigt. Unter eigenes Kapital werden sämtliche Sach- und Finanzmittel verstanden, welche du selbst oder einer deiner Geschäftspartner in das künftige Unternehmen einbringen.

Somit umfasst der Begriff eigenes Kapital nicht nur Ersparnisse, sondern ebenfalls Fahrzeuge, Computertechnik und Ähnliches. Die Gründung eines Unternehmens ist auch mit Fremdkapital möglich.

Das sind hauptsächlich Darlehen sowie Kredite für Selbstständige, welche du bei einer Bank aufnehmen kannst. Fremdkapital besitzt im Gegensatz zu eigenem Kapital den großen Nachteil, dass das Geld nach Plan mitsamt Zinsen zurückgezahlt werden muss. Somit hast du mit Fremdkapital einen höheren finanziellen Aufwand als mit eigenem Kapital.

Ein Selbstständiger ohne eigenes Kapital zu werden, ist folglich sehr schwierig. Viele Banken und Institute, welche Fremdkapital vergeben, verlangen von den Trägern gewisse private Rücklagen.

Somit erweist sich ebenfalls die Fremdkapitalbeschaffung ohne eigenes Kapital als kompliziert. Beispielsweise erhältst du nur häufig Fremdkapital ohne Rücklagen oder pfändbarem Vermögen nur, wenn eine Bürgschaft vorliegt.

Dennoch kann eine vielversprechende Geschäftsidee, welche zugleich risikoarm ist, ebenso dafür sorgen, dass dein Antrag auf Fremdkapital gewährt wird. Hierzu fertigst du am besten einen überzeugenden Businessplan an und präsentierst ihn bei deinem ausgewählten Kreditinstitut.

Die richtige Geschäftsidee wählen

Um ohne eigenes Kapital selbstständig ein Unternehmen zu eröffnen, ist die passende Geschäftsidee unabdingbar. Somit solltest du dir vor der Geschäftsgründung gut überlegen, was du mit deinem Unternehmen machen möchtest und ob die Idee vielversprechend ist.

Am besten eigenen sich für Jungunternehmer ohne finanzielle Rücklagen Konzepte, welche bereits bei der Unternehmensgründung wenig Kapital benötigen und welche sich zugleich schrittweise ausbauen lassen.

Ist dieses Konzept nichts für dich, kannst du dich auch in Form von Franchising probieren. Franchisingverträge ermöglichen dir, verschiedene Geschäftsideen bzw. -konzepte zu erproben. Das Geschäftsmodell des Franchisings kannst du hierbei übernehmen, wobei du bereits über Beratung, Weiterbildung und Einarbeitung verfügst.

Vor allem für Jungunternehmer ohne konkrete Geschäftsidee ist Franchising wesentlich risikoärmer. Somit bekommst du leichter ein Fremdkapital, sodass ein Geschäftsmodell im Franchise ebenfalls ohne eigenes Kapital umsetzbar ist. Ein Franchise ist auch ohne Meister und Meisterbrief möglich, wodurch Start-ups wesentlich von diesem Geschäftsprinzip profitieren können.

Das notwendige Kapital beschaffen

Du kannst kein Unternehmen gründen, ohne zumindest etwas Kapital zu investieren. Ohne eigenes Kapital bist du folglich auf fremdes Kapital angewiesen. Grundsätzlich stehen dir zwei Möglichkeiten der Beschaffung von Fremdkapital zur Verfügung:

  • Startkapital von Behörden und Einrichtungen
  • Startkapital von externen Quellen

Für welche Methode du dich letztendlich entscheidest, hängt vorwiegend von den Gegebenheiten und deinen persönlichen Möglichkeiten ab.

Startkapital von Einrichtungen und Behörden erhalten

Um Startkapital von einer Behörde oder Einrichtung und folglich eine staatliche Förderung zu bekommen, benötigst du eine erfolgversprechende wie gute Geschäftsidee. Bei einer staatlichen Finanzierung handelt es sich dabei nicht um einen Gründungszuschuss.

Vielmehr bekommst du eine Unterstützung in Form eines Startgelds oder eines Kredits. Die finanzielle Starthilfe wird dir von der KfW-Förderbank vergeben. Der Kredit der KfW hängt vorwiegend mit einem guten Businessplan sowie einer Rentabilitätsvorschau zusammen.

Benötigst du Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans, kannst du dich jederzeit an uns von Gewerbeanmeldung.com wenden. Wir zeigen dir, wie man ihn erstellt und welche Punkte du unbedingt beachten musst.

Zugleich beraten wir dich bei deiner Geschäftsidee, wodurch du bei der Präsentation deines Plans gezielt punkten kannst. Vor deinem Beratungsgespräch kannst du unsere Checkliste hier durchgehen und wichtige Punkte für dich vorab klären.

Die KfW besitzt verschiedene Förderprogramme. Der Erhalt der verschiedenen Programme hängt letztendlich von deiner Geschäftsidee sowie ihrem möglichen Erfolg ab. Bei der KfW kannst du

  • Startgeld mit einer Förderung von bis zu 100.000 Euro
  • ein Regionalförderprogramm von bis zu 3 Millionen Euro
  • einen ERP-Kredit von bis zu 10 Millionen Euro

erhalten.

Mit dem Startgeld steht dir eine Förderung von bis zu 100.000 Euro zu. In den ersten zwei Jahren kann es aber zur Aussetzung der Tilgung kommen. Die Förderung lässt sich bereits beantragen, wenn du nur nebenberuflich selbstständig bist und folglich nicht im Vollzeitausmaß dein eigenes Unternehmen betreibst.

Gründest du dein Unternehmen als Team, steht das Startgeld in der Theorie jedem Mitglied zu. Die Förderung kann jedoch immer nur höchsten 100.000 Euro je Mitglied betragen.

Das Regionalförderprogramm hingegen ist hauptsächlich für strukturschwache Gebiete beabsichtigt. Vor allem Personen, welche in den neuen Bundesländern ihren Wohnsitz haben, kommen in den Genuss der Förderung.

Du kannst eine maximale Förderung von 3 Millionen Euro erhalten. Das Regionalförderprogramm ist zugleich an eine begünstige Anlaufzeit von maximal fünf Jahren gebunden. Auch nebenberufliche Gründer können die Förderung beantragen.

Mit einem ERP-Kredit finanzierst du des Weiteren ein Unternehmen, welches schon gestartet wurde. Sowohl Existenzgründer wie Unternehmer können den Kredit beantragen. Ein ERP-Kredit kann dabei maximal 10 Millionen Euro ausmachen.

Die einzelnen Kredite besitzen eine maximale Laufzeit von 20 Jahren, wobei die ersten drei Startjahre tilgungsfrei sind. Neben hauptberuflichen Unternehmern stehen die Kredite nebenberuflichen Unternehmern und Freiberuflern zu.

Startkapital von externen Quellen

Ein Startkapital von externen Quellen lässt sich ebenfalls in mehreren Schritten beziehen. Vorwiegend existiert

  • Crowdfunding
  • Privatkredite für Gründer und Selbstständige
  • Business Angels
  • mitwirkende und stille Teilhaber
  • Startkapital von Freunden und Verwandten
  • Venture Capital und Private Equity

Bei Crowdfunding präsentierst du deine Geschäftsidee vielen Kapitalgebern, welche dich mit einem beliebigen oder festgelegten Betrag unterstützen. Die Geldgeber müssen hierbei von deiner Geschäftsidee mittels eines guten Businessplans überzeugt werden.

Benötigst du Hilfe mit Crowdfunding, kannst du dich an uns wenden. Wir geben dir Tipps für die Geldbeschaffung und helfen dir bei der Planung, beim Marketing sowie bei der Personalbeschaffung.

Ist das Prinzip des Crowdfunding nichts für dich, kannst du zugleich einen Privatkredit aufnehmen. Verschiedene Anbieter in Deutschland sowie im Internet ermöglichen dir, einen Kredit als Selbstständiger aufzunehmen. Der Vorteil bei diesen Krediten liegt in der Tatsache, dass du keinen aufwendigen Businessplan benötigst. Der Kredit wird in diesem Fall von privaten Anlegern vergeben.

Die Business Angels können als „Unternehmensengel“ bzw. Mentoren betrachtet werden. Du kannst bei ihnen um Geld anfragen. Ob sie dich unterstützen, ist allerdings ihnen selbst überlassen.

Die Business Angels können dir helfen, Geld zu beschaffen. Hierzu kannst du dich an uns oder direkt an das Business-Angels-Netzwerk in Deutschland wenden.

Der Teilhaber in Form eines mitwirkenden oder stillen Teilhabers ist ein altbekanntes Finanzierungsmodell. Während stille Teilhaber lediglich Geld investieren möchten und dadurch Berichte und Zahlen zu deinen Tätigkeiten erhalten, besitzen mitwirkende Teilhaber ein Mitspracherecht.

Somit können sie dein Unternehmen beeinflussen, dir zugleich Hilfestellungen bei Problemen oder Anliegen geben. Als Teilhaber eignen sich beispielsweise Freunde, Verwandte oder andere potenzielle Interessenten.

Freunde und Verwandte können dir generell das notwendige Startkapital vorstrecken. Leihst du Geld von Bekannten und Verwandten, ist dies meist ein schnellerer und günstigerer Weg als ein Kredit bei einer Bank.

Du solltest aber immer einen Vertrag unabhängig vom geliehenen Geldbetrag aufsetzen. Im Vertrag sollten zugleich alle wichtigen Punkte wie etwa die Laufzeit und Rückzahlungsform festlegen.

Venture Capital bzw. Private Equite beschreibt hingegen Risikokapital von Gesellschaften oder Privatleuten. Um ein Risikokapital zu beziehen, kannst du dich an bestimmte Investoren wenden. Diese erhalten Berichte und setzen mit dir einen Meilenstein.

Selbstständig machen ohne eigenes Kapital – mit etwas Aufwand möglich

Möchtest du dich selbstständig machen, aber besitzt kein eigenes Kapital, kannst du dein Vorhaben mit etwas Aufwand umsetzen. Fremdkapital kannst du hierbei durch

  • Kredite
  • Crowdfunding
  • Partnerschaften
  • Förderprogramme

beziehen. Ein guter Businessplan auch ohne Meister oder andere Abschlüsse ist für dieses Vorhaben allerdings immer notwendig. Brauchst du Hilfe bei der Ausarbeitung eines Businessplans oder beim Ansuchen von Fremdkapital, kannst du dich jederzeit an uns von Gewerbeanmelung.com wenden.

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Was tun gegen Scheinselbstständigkeit?

Scheinselbstständigkeit
Viele Kleinunternehmer kennen das Problem: Wenn man nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitet, läuft man schnell Gefahr, zum Scheinselbstständigen zu werden.

Der Rechtsschein der Selbständigkeit wird erweckt, obwohl du dich eigentlich eher in einem Arbeitsverhältnis befindest.
Um die Tücken der Scheinselbstständigkeit sicher zu umschiffen, solltest du diesen Artikel lesen.

Scheinselbstständigkeit und Abhängigkeit


Als Scheinselbstständigen gerät man schnell in den Bereich der Weisungsgebundenheit bzw. der Abhängigkeit von einem einzigen Arbeitgeber. Dieser Status wird in der Folge nicht selten teuer.

Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass die Scheinselbstständigkeit nur mit wenigen eindeutigen Kriterien, dafür aber mit einem umso größeren Ermessensspielraum verbunden ist.

Dies kann sich nicht nur für dich selbst als Kleinunternehmer, sondern auch für deinen Arbeitgeber negativ auswirken. Selbstständige unterliegen nämlich nicht der gesetzlichen Versicherungspflicht bezüglich Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Darüber hinaus haben sie keinen Anspruch auf die typischen Arbeitnehmerrechte wie beispielsweise Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaub.

ACHTUNG: Selbstständige, die regelmäßig und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind und gleichzeitig keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer mit einem Verdient von mehr als 450 Euro pro Monat beschäftigen, unterliegen zumindest der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht. Davon können sie sich innerhalb der ersten drei Jahren ihrer Tätigkeit per Antrag befreien lassen (siehe unten).

Befindet sich ein vermeintlicher Kleinunternehmer jedoch in einer Scheinselbstständigkeit und damit einem Abhängigkeitsverhältnis von seinem Auftraggeber, so müssen beide horrende Summen an Sozialversicherungsbeiträgen nachzahlen, da die Befreiung von den Beiträgen keine Geltung hatte.

Damit du nicht in die Bredouille kommst und Nachzahlungen vermeiden kannst, haben wir für dich alles Wichtige zusammengestellt, dass du zur Vermeidung der Scheinselbstständigkeit wissen musst.

Die Unterscheidung zwischen Selbstständigem und Beschäftigtem in der Praxis

Die Unterscheidung zwischen Selbständigem und Beschäftigtem im Sinne des § 7 Abs. 1 SGB IV ist in der Praxis von entscheidender Bedeutung.
Ausschlaggebend ist dafür das Gesamtbild der Verhältnisse: Die Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen Umstände muss der Auftraggeber selbst vornehmen.

Der Selbstständige

Eine selbstständige Tätigkeit zeichnet sich durch drei Aspekte aus:

  • die freie Gestaltung der Tätigkeit
  • die Selbstbestimmung der Arbeitszeit
  • die Verfügbarkeit über die eigene Arbeitskraft

Des Weiteren haben Selbstständige eine unternehmerische Entscheidungsfreiheit und tragen das unternehmerische Risiko. Darunter wird auch verstanden, Eigenverantwortung bei der Wahrnehmung unternehmerischer Chancen an den Tag zu legen. Merkmale einer solchen Praxis sind unter anderem die folgenden:

  • selbstständige Entscheidung bezüglich der Einkaufs- und Verkaufspreise
  • den Bezug von Waren
  • die Einstellung von Personal
  • der Einsatz von Kapital
  • der Einsatz von Maschinen
  • die Werbemaßnahmen des Unternehmens

Wie wird die Scheinselbstständigkeit geprüft? – Scheinselbständigkeit prüfen

Wenn ein Verdacht auf eine scheinselbstständige Tätigkeit besteht, entsendet die Deutsche Rentenversicherung Bund einen Prüfer, um den Umständen auf den Grund zu gehen. Auch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FSK), eine Dienststelle des Deutschen Zolls, kann eine Prüfung durchführen, ebenso wie ein Arbeitsgericht, das Finanzamt oder ein Auftraggeber oder Auftragnehmer.

Die letzten beiden Fälle kommen vor allem dann vor, wenn ein Auftragnehmer beispielsweise seinen Kündigungsschutz einklagen oder der Auftraggeber das Vertragsverhältnis kündigen möchte. Dennoch bleibt es den Parteien verwehrt, die Prüfung der Scheinselbstständigkeit selbst zu veranlassen. Vielmehr tritt eine dritte Instanz auf den Plan, beispielsweise eine Krankenkasse, die diese Prüfung einfordert, zum Beispiel, um ausstehende Beiträge einzufordern.

Was wird in der Prüfung untersucht? – Scheinselbständigkeit Kriterien

Im Rahmen seiner Durchsicht stellt der Prüfer gleichermaßen auf geschlossene Verträge wie auch auf die tatsächlichen Verhältnisse und Umstände des Berufsalltags des Betroffenen ab. Bei der Suche nach Beweisen achtet der Prüfer insbesondere auf drei Kriterien, die eine Scheinselbstständigkeit begründen würden:

  • der Selbstständige beschäftigt selbst regelmäßig keine versicherungspflichtigen Mitarbeiter,
  • er ist auf Dauer für nur einen einzigen Auftraggeber tätig und
  • dieser Auftraggeber bringt ihm mindestens 5/6 seines Umsatzes ein.

Wer kann von der Scheinselbstständigkeit betroffen sein?

Grundsätzlich besteht für alle Selbstständigen, die Auftragsarbeiten annehmen, die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit. Vor allem Freiberufler und freie Mitarbeiter sehen sich einem hohen Risiko ausgesetzt, da sie meist genaue Weisungen von ihren Auftraggebern erhalten.

Freie Mitarbeiter unterscheiden sich von Freiberuflern insofern, dass sie oftmals ein genaues Vertragsverhältnis mit dem Auftraggeber eingehen, auch wenn darin kein Arbeitsverhältnis besteht. Zudem haben sie für gewöhnlich ein Gewerbe angemeldet und müssen dementsprechend eine Gewerbesteuer entrichten.

In der Regel sind Personen, die in wissenschaftlichen, künstlerischen, erzieherischen oder unterrichtenden Berufen arbeiten, besonders häufig betroffen. Gefährdete Berufe sind dabei die folgenden:

  • Ärzte
  • Architekten
  • Berater
  • Beschäftigte in der Film- und Fernsehindustrie
  • Grafikdesigner
  • Handwerker
  • Immobilienmakler
  • Ingenieure
  • Journalisten
  • Lehrkräfte
  • Programmierer
  • Rechtsanwälte
  • Spediteure
  • Übersetzer

Der Test: Die eigene Scheinselbständigkeit prüfen

Du möchtest überprüfen, wie es um den Status deiner Selbständigkeit steht? Dann solltest du die folgende Scheinselbstständigkeit Checkliste anwenden:

  • Bist du als Auftragnehmer an die Weisungen eines Auftraggebers gebunden?
  • Wird dir die Einteilung deiner Arbeitszeiten vorgegeben?
  • Überschneiden sich deine Aufgaben als Auftragnehmer mit denen von Festangestellten?
  • Musst du regelmäßig Berichte über deine Leistungen erstellen?
  • Wird dir ein bestimmter Arbeitsplatz vorgegeben?
  • Kontrolliert der Auftraggeber deine Arbeit mithilfe bestimmter Soft- oder Hardware?
  • Präsentierst du dich nach außen hin nicht als selbständig?
  • Verfügst du nicht über eigene Visitenkarten, Briefpapier und ähnliche?
  • Betreibst du Kundenakquise für ein anderes Unternehmen?

Solltest du diesen Fragenkatalog überwiegend mit einem Ja beantwortet haben, liegt der Verdacht nahe, dass du scheinselbständig bist.

Die Scheinselbständigkeit vermeiden

Wie wir bereits festgestellt haben, sind die Konsequenzen der Scheinselbständigkeit gravierend und können bisweilen sogar deine Existenzgrundlage zerstören. Umso wichtiger ist es für dich, über alle Scheinselbständigkeit Kriterien genau Bescheid zu wissen.

Die gute Nachricht: Den ersten Schritt hast du schon gemacht, indem du diesen Artikel liest und dich zum Thema informierst. Denn eines ist sicher, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Als Selbständiger obliegt dir umso mehr die Pflicht, in allen rechtlichen und finanziellen Belangen stets auf dem Laufenden zu sein. Im Zweifelsfall solltest du auch nicht zögern und lieber einen sachverständigen Anwalt oder Berater engagieren.
Hier aber einige Tipps für deine Scheinselbstständigkeit Checkliste, mit der du ganz sicher bist: Ich kann die Scheinselbständigkeit vermeiden!

Besonderes Augenmerk auf den Dienstvertrag

Falls du einen Dienstvertrag unterschreiben musst, prüfe genau, ob dadurch deine unternehmerische Entscheidungsfreiheit eingeschränkt werden könnte. Falls du nicht länger das unternehmerische Risiko tragen solltest, liegt der Verdacht eines Abhängigkeitsverhältnisses und damit einer Scheinselbständigkeit nahe.

Der Vertrag muss darüber hinaus explizit zum Ausdruck bringen, dass du nicht an Weisungen des Auftraggebers gebunden bist.
Sichere dir des Weiteren die Verantwortlichkeit für die Abführung von Steuern und den Beiträgen für die Sozialversicherung zu.

Unbedingt zu vermeiden ist eine exklusive Ausübung deiner Dienste für den Auftraggeber. Stets solltest du auch Aufträge anderer Kunden annehmen und jene des Auftraggebers ablehnen dürfen. Ebenso darf er dir nicht verbieten, Hilfskräfte, das heißt eigene Mitarbeiter, zu beschäftigen.

Die Bedeutung der Räumlichkeiten

Entscheidende Freiheiten sicherst du dir zu, indem du dir einen eigenen Arbeitsplatz einrichtest.

Der Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung Bund

Wenn du bei der Deutschen Rentenversicherung Bund den entsprechenden Antrag stellst, kannst du dich innerhalb der ersten drei Jahre nach Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, ist das Gebiet der Selbstständigkeit von Grauzonen geprägt, klare Verhältnisse bestehen nur in den seltensten Fällen.
Damit du dennoch rechtlich immer auf der sicheren Seite bist, solltest du bestimmte Dinge setzen:

  • Im Zweifel ist es unerlässlich, dass du deinen Auftraggeber auf das Thema der Scheinselbstständigkeit aufmerksam machst. Setze auf klare Kommunikation!
  • Angesichts der Tatsache, dass dieser Status für euch beide ausgesprochen negativ wäre, besteht natürlich auch ein Interesse seitens des Auftraggebers, dieses Risiko zu minimieren.
  • Trefft klare Vereinbarungen im Dienstvertrag!
  • Bewahre deine unternehmerische Freiheit!
  • Grenze dich deutlich von den Tätigkeiten deines Arbeitgebers ab!

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